INTERDISZIPLINÄRE ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR
KLINISCHE HÄMOTHERAPIE
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Diskussionsforum für Fragen der klinischen Hämotherapie


Aktuelles 2003

Ein möglicher Fall von vCJD durch Bluttransfusion aufgetreten

Das Britische Gesundheitsministerium hat am 17.12.03 das Parlament und die Öffentlichkeit darüber informiert, dass ein möglicher Fall der neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (vCJD) durch Bluttransfusion aufgetreten ist. 1996 spendete ein symptomfreier Blutspender Blut, der 1999 an vCJD starb. Die Blutkonserve erhielt ein Patient, der im Herbst 2003 ebenfalls an vCJD starb. Dieser Umstand wurde am 9.Dezember 2003 dem Britischen Gesundheitsministerium mitgeteilt. Es sei möglich, dass der Empfänger durch die Blutübertragung infiziert wurde. Es sei ebenso möglich, dass der Empfänger sich unabhängig durch Nahrungsaufnahme infiziert hat. Dieser einzelne Fall bewiese nichts, müsse aber ernst genommen werden. 15 andere Empfänger von potentiell vCJD infiziertem Blut sind bis heute nicht erkrankt.

Noch im Juni 2003 äußerte sich bei einem internationalen Expertentreffen in Washington zur Sicherheit von Blutpräparaten einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet Creutzfeldt-Jakob Disease (CJD) Prof. Paul Brown dahingehend, dass keinerlei Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Prionen, die zur neuen Creutzfeldt-Jakob Variante führen, eher mit Blut übertragen werden als Prionen die für die klassische Form verantwortlich sind. Da aber kein Hinweis dafür besteht, dass die klassische Variante der Creutzfeldt-Jakob Erkrankung beim Menschen durch Bluttransfusion übertragen wird, erwartete Paul Braun dies genauso wenig für die Variante der Creutzfeldt-Jakob Erkrankung.

Schlussfolgerung nach Auftreten des Falls in Großbritannien: Die Möglichkeit einer Übertragung durch Bluttransfusionen ist nicht auszuschließen. Wir müssen auf "bloodless medicine" bzw. restriktive Transfusionsindikation hinwirken, und die autologe Transfusion einschließlich Eigenblutspende forcieren. Für einen dauerhaften Ausschluss von Blutempfängern als Blutspender besteht auf Grund der Situation in Deutschland derzeit keine Notwendigkeit.

vk 19.12.2003

Stellvertretender Vorsitzender Prof. Dr. Eberhard Götz durch Hessische Ärztekammer geehrt

Der stellvertretende Vorsitzende der IAKH, Prof. Dr. Eberhard Götz, erhielt am 7.10.2003 die Ehrenplakette der Landesärztekammer Hessen für besondere Verdienste um die Hessische Ärzteschaft. Prof.Götz ist Gründungsmitglied der IAKH.

al 10.12.2003

Laudatio


Vorsitzender der IAKH erhält J. E. Purkinje-Medaille der Tschechischen Medizinischen Gesellschaft

Anlässlich des gemeinsamen Kongresses der Interdisziplinären Europäischen Gesellschaft für Hämapherese und Hämotherapie (ESFH) und der Tschechischen Gesellschaft für Transfusionsmedizin in Kooperation mit der Slowakischen Gesellschaft für Hämatologie und Transfusionsmedizin, der vom 10.- 13. September 2003 in Prag stattfand, wurde Herr Professor Dr. Volker Kretschmer, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie des Universitätsklinikums Marburg, mit der J. E. Purkinje-Medaille der Tschechischen Medizinischen Gesellschaft geehrt.

Gleichzeitig ernannte ihn die Tschechische Gesellschaft für Transfusionsmedizin zu ihrem Ehrenmitglied. - al 27.9.2003

Foto: Weippert-Kretschmer

  

Keine Gefahr durch West-Nil-Virus in Deutschland

Die Infektion durch West-Nil-Virus erfolgt in der Regel durch Moskitos. Die Vermehrung der Viren erfolgt in einem Kreislauf mit Vögeln. Im Allgemeinen erkranken Menschen mit milden febrilen Symptomen. In einem von etwa 150 Fällen entwickelt sich eine Meningitis, Encephalitis oder beides. Letzteres ist vor allem bei älteren Personen der Fall. West-Nil-Virus kann eindeutig durch Bluttransfusionen und Transplantationen übertragen werden. Von den knapp 3000 Fällen mit West-Nil-Meningitis und Encephalitis im Jahre 2002 in den USA waren jedoch nur 4 Fälle durch Organtransplantationen und 23 Fälle durch Transfusion bedingt. Die Infektion kann durch Enzymimmunassay nachgewiesen werden. In Deutschland ist jedoch West-Nil-Virus derzeit nicht verbreitet, sodass diesbezüglich kein Risiko besteht. Darüber hinaus werden Blutspender nach den gültigen Richtlinien von der Spende ausgeschlossen, wenn sie innerhalb der vorangegangenen Woche einen unkomplizierten Infekt hatten. Die für Plasmaprodukte (auch aus USA) eingesetzten Inaktivierungsverfahren haben sich als ausreichend wirksam erwiesen.

Seit Anfang August dürfen allerdings nichtvirusinaktivierte Blutkomponenten nicht mehr in Verkehr gebracht werden, die von Blutspendern stammen, die sich in der Zeit vom 1.Juni bis 30. November (die Jahreszeit, in der man sich anstecken kann) während der letzten 4 Wochen vor der Spende auf dem nordamerikanischen Kontinent aufgehalten haben.

vk 20.8.2003

 

IAKH ins Vereinsregister eingetragen

Unter der Nummer 2160 wurde die IAKH heute beim Amtsgericht Marburg ins Vereinsregister eingetragen. Die die Rechtsform des eingetragenen Vereins trägt der Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft Rechnung, der rasch ansteigenden Mitgliederzahl und den Aufgaben, die sie sich vorgenommen hat. Sie wird auch manche organisatorischen Dinge erleichtern.

al 27.03.2003

  

IAKH wählt neuen Vorstand und beschließt Arbeitsprogramm für 2003

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 8.3.2003 in Marburg wählte die IAKH einen neuen Vorstand. Von dem bisherigen Vorstandsmitglieder kandidierte lediglich einer der Beisitzer nicht mehr, sodaß die personelle Kontinuität im Vorstand der jungen Arbeitsgemeinschaft erhalten bleibt. Die Arbeitsbeitgemeinschaft strebt nach wie vor eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immmunhämatologie (DGTI) und der Arbeitsgemeinschaft der Ärzte staatlicher und kommunaler Blutspendedienste (StKB) an. Beide Gesellschaften sollen u.a. eingeladen werden, als Mitveranstalter der Marburger Transfusionsgespräche im kommenden Jahr aufzutreten. Im Herbst diesen Jahres soll ein Workshop zu fremdblutsparenden Maßnahmen durchgeführt werden, das sich insbesondere mit den Schwierigkeiten befassen soll, die die bisher bestehenden kleineren Eigenblutspendeeinrichtungen durch die Neufassung der Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen erfahren haben. Die Arbeitsbeitgemeinschaft will sich auch in die Diskussion der Richtlinien und Leitlinien zur Hämotherapie einschalten. Die Mitglieder wurden gebeten, dem Vorstand hierzu weitere Vorschläge und Anmerkungen zu unterbreiten. Die Webseite der IAKH soll zu einem Dienstleistungsangebot für Transfusionsverantwortliche und Transfusionsbeauftragte ausgebaut werden.

al - 9.3.2003

Marburger Transfusionsgespräche lebhafte Diskussionsveranstaltung

Lebhafte Diskussion und intensiver Erfahrungsaustausch waren das Charakteristikum der diesjährigen Marburger Transfusionsgespräche am 7./8. März. Rund 200 transfusionsmedizinisch tätigen Ärzte nahmen an der Veranstaltung teil, die sich mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Blutprodukten, mit dem transfusionsmedizinischen Qualitätsmanagement und neuen Konzepten der Behandlung von Hämostasestörungen befaßte. Inbesondere dem Qualitätsmanagement - und hier der Rolle des Transfusionsverantwortlichen, des Transfusionsbeauftragten und des Qualitätsbeauftragten - wurde breiter Raum eingeräumt. Hier wurden u.a. verschiedene Modelle interner und externer Qualitätssicherung vorgestellt und diskutiert. Auch für informellen Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern blieb auf der von der IAKH getragenen und von Prof. Volker Kretschmer ausgerichteten Veranstaltung ausreichend Zeit. - al 18.3.2003

Einzelne Vorträge der Veranstaltung stehen den Mitgliedern der IAKH auf dieser Webseite zur Verfügung.

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