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Autor Thema: Führung eines Blutdepots
tfrietsch
Supermoderator
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ID # 24


  Erstellt am 29. Juli 2016 09:35 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Anfrage eines/r Forumnutzers/in:

Sehr geehrte Damen und Herren
Unsere Laborgesellschaft hat die Dienstzeiten verändert und erwartet nun auch von unserer Klinik, ein eigenes Blutdepot zu führen.
Blutkonserven aller Gruppen sollen nach diesem Vorschlag auf Vorrat in unserer Einrichtung gelagert werden. Nur die Pilotröhrchen sollen dann im Labor gelagert werden und auf Anforderung für unsere Patienten zur Kreuzprobe genutzt werden.
Ich stehe diesem Vorschlag sehr skeptisch gegenüber: Da wir auch selten verwendete Gruppen für unsere Einrichtung mit einer limitierten Anzahl von Patienten vorhalten müssten, würde eine relevante Anzahl von Konserven verfallen.
Weiterhin bin ich nicht sicher welche Voraussetzungen (ausgebildetes Personal und Lager) unsere Klinik zur Führung eines Blutdepots vorhalten müsste (bisher haben wir nur einen Kühlschrank/Gefrierschrank für ausgekreuzte Konserven/FFP).
Mit freundlichen Grüßen

Beiträge: 203 | Mitglied seit: Dezember 2003 | IP-Adresse: gespeichert
tfrietsch
Supermoderator
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ID # 24


  Erstellt am 29. Juli 2016 09:37 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Sehr geehrter Herr Kollege Hain,

gerne schreibe ich Ihnen eine kurze Stellungnahme zu Ihrer doch recht komplexen geschilderten Problematik.

Grundsätzlich halte ich es für wichtig, dass die immunhämatologische Diagnostik rund um die Uhr von dem gleichen Labor durchgeführt wird, alles andere führt aus meiner Erfahrung mit ziemlicher Sicherheit zum Chaos. Ebenfalls sollte dieses Labor bzgl. der Befundübermittlung online angeschlossen sein, damit die Befunde dort landen, wo die Patienten sind. Fax ist keine gute Idee, alternativ auch möglich ist ein zentraler Drucker auf der Intensivstation, auf dem die Befunde immer landen: Besser ist die Übermittlung online ins KISS, nicht nur für die Befundübermittlung, sondern auch für die Übermittlung von Patienten- und Leistungsdaten.
Man kann die Begleitformulare zur Transfusion z.B. auch als PDF ins KISS schicken, dann können diese zur Transfusion ausgedruckt werden.

Für die Depotführung brauchen Sie einen Facharzt mit Qualifikation nach 1.4.3.3 der Richtlinien für Hämotherapie (habe ich angehängt und in den neuen, noch nicht veröffentlichen Richtlinien wird sich daran vermutlich nichts ändern, Im netz: http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/RiliHaemotherapie2010.pdf), es wäre aber in der Konstellation mit der Anbindung an das Immunhämatologische-Labor im anderen Haus sicher sinnvoll, die Leitung des Depots der ärztlichen Leitung des IH Labors zu übergeben. Um den Konservenverfall in Ihrem Haus möglichst niedrig zu halten, wäre es sinnvoll, das Depot in Ihrem Haus als Satellitendepot des Depots in dem Haus mit Labor zu führen, dann müssen Sie nicht so viele EK bevorraten. Wenn beide Häuser den gleichen Träger haben, ist das unproblematisch bzgl. der Organisationsstruktur.

Ich hoffe, Ihnen damit ein wenig geholfen zu haben, bei Fragen melden Sie sich gerne, auch telefonisch nochmal bei mir.


Dr.med. Birgit Fleiter
Ärztin für Transfusionsmedizin, Hämostaseologie
Qualitätsbeauftragte Hämotherapie

Beiträge: 203 | Mitglied seit: Dezember 2003 | IP-Adresse: gespeichert



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