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Author Topic: Indikation zur Blutgruppenbestimmung
ppauly
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ID # 82


  Posted on April 29, 2006 05:29 PM (#1)  |  Quote Quote   PM PM   E-mail E-mail
Die Rili 2005 haben merkwürdigerweise die Transfusionswahrscheinlichkeit von 10%, die schon früher die Grenze zur Aufklärung auch über autologe Verfahren war, jetzt auch als "Indikationsgrenze" für die präoperative Blutgruppen-Bestimmung eingeführt. Dies in markantem Gegensatz zu einer eher großzügigen Indikationsstellung bei einer Wahrscheinlichkeit bis 1:1000 wie z.B. von Kretschmar vertreten. Das heißt im Klartext: keine Blutgruppenbestimmung präop bei Transfusionswahrscheinlichkeit 9%, also muss bei den 9%, die transfundiert werden müssen intraop Blutgruppenbestimmung und Suchtest nachgeholt werden (möglicherweise mit üblen Konsequenzen für die zeitgerechte Transfusion). Das kann doch nicht sein, oder?

Posts: 4 | Member since: December 2005 | IP address: saved
Schanzst
kommt regelmäßig her
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ID # 8


  Posted on May 18, 2006 09:52 PM (#2)  |  Quote Quote   PM PM   E-mail E-mail
Das ist sicher ein Webfehler in den neuen Richtlinien.

Bei einer Transfusionswahrscheinlichkeit von 10 % werden die wenigsten Konserven intraoperativ oder notfallmäßig mit einer Entscheidungs-Transfusionszeit unter 1 h zu geben sein. Das könnte diese Grenze erklären. Besser währe der Eintrag das dann die Bereitstellung von gekreuzten Konserven nicht notwendig ist.

Auf einem Blutgruppenbestimmung und aktuellen Antikörpersuchtest würde ich aber nicht verzichten wollen (Type and Screen).

Es hindert einem niemand für das eigene Haus im QM Handbuch etwas anderes festzulegen. In unserem Hause werden ab einer Transfusionswahrscheinlichkeit von 10 % (Schätzwert) Konserven oder auch Eigenblut bereitgestellt. Es lagen dann auch 2 Konserven, da in den wenigsten Fällen eine Massivtransfusion geplant ist. Die wenigsten davon werden im Op transfundiert sondern am 2 Post OP Tag nach Laborkontrolle, so das man eigentlich auch auf diese prophylaktischen Kreuzproben verzichten könnte. Zwischen einer Transfusionswahrscheinlichkeit von 9 % bis 0,1 % erfolgt nur ein aktueller AKS.

Das ist aber auch nur schwer vermittelbar, da der „normale“ Kliniker nur die Blutgruppenbestimmung und die Kreuzprobe als prätransfusionelle Untersuchung kennt. Unsere Hebammen stornierten eine Zeit lang den Antikörpersuchtest vor Sectio mit dem Argument das in der Schwangerschaft ja schon die Blutgruppe und AKS bestimmt wurde und immer wieder wird der aktuelle AKS durch eine Kopie eines alten Blutspendeausweises ersetzt um eine Blutentnahme zu sparen. Viel Aufklärung ist notwendig.

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St. Schanz
Anästhesie und Notfallmedizin, Bluttransfusionswesen
Loßburg Schömberg

Posts: 141 | Member since: July 2003 | IP address: saved
Kretschmer
kommt regelmäßig her
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ID # 13


  Posted on May 19, 2006 09:45 AM (#3)  |  Quote Quote   PM PM   E-mail E-mail   HP HP
Wie Herr Schanz festgestellt hat, handelt es sich um einen Webfehler der Rili. Type and Screen ist bei allen op. Eingriffen mit der Möglichkeit einer akut transfusionsbedürftigen Blutungskomplikation Standard. Es gibt keine neuen Evidenzen, die diesen Standard aufzuheben, begründen können. Die Rili weisen genauso wie das TFG immer wieder darauf hin, das der aktuelle Wissensstand zu berücksichtigen ist, und demgemäß die Rili nicht zu befolgen sind, wenn Sie nicht oder nicht mehr auf diesem Stand sind, was in diesem Punkt der Fall ist. Folglich darf man sich gar nicht an diese Aussage der Rili halten. Dazu gibt es auch bereits von mir in 2 Landesärzteblättern schriftliche Stellungnahmen.

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V. Kretschmer

Posts: 401 | Member since: September 2003 | IP address: saved



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