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Autor Thema: unvollständige Serumgegenprobe
bruno
ist neu hier
*
ID # 428


  Erstellt am 13. Juli 2017 11:25 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Bei der Antigentestung BG 0.
In der Serumgegenprobe: A1+ und B+, nur A2 bleibt negativ.

Wie ist das zu erklären?
Dennoch valide Blutgruppe 0?

Beiträge: 4 | Mitglied seit: Juli 2017 | IP-Adresse: gespeichert
tfrietsch
Supermoderator
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ID # 24


  Erstellt am 17. Juli 2017 10:13 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Beim Vorliegen der Blutgruppe 0 kommt es gelegentlich vor, dass A1 oder A2 Antikörper im Serum fehlen. Die Erklärung findet sich in den physiologischen Eigenschaften der Blutgruppe A mit ihren Untergruppen A1 und A2 .
Wie auf der Webseite der Transfusionsmedizin der Uni Würzburg toll erklärt (Quelle http://www.transfusionsmedizin.ukw.de/studenten/hauptvorlesung/blutgruppen-erythrozyten-i/das-abo-system/a1a2-untergruppen.html): Etwa 80% der Personen mit Blutgruppe A gehören der Untergruppe A1 an, etwas 20 % der Untergruppe A2.
Beide Untergruppen unterscheiden sich in folgenden Punkten:

1. Antigenbesatz: Erythrozyten der Blutgruppe A1 tragen deutlich mehr A-Antigene (800 000 bis 900 000) auf ihrer Oberfläche als Erythrozyten der Blutgruppe A2 (160 000 bis 440 000). Dies liegt daran, dass bei Individuen, welche die Blutgruppe A1 tragen, die N-Acetyl-Galaktosaminyl-Transferase erheblich aktiver ist als bei Individuen der Blutgruppe A2.


2. Antigenstärke: Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Personen mit der Blutgruppe A1 ein zusätzliches Glykoprotein-Antigen mit eigener Struktur (Antigen A1) auf der erythrozytären Oberfläche aufweisen, welches Personen der Blutgruppe A2 fehlt. Dieses Antigen kann mit einem Lektin (Anti-A1) nachgewiesen werden, welches aus dem Samen einer in Indien beheimateten und auch dort angebauten Pflanzenart (Dolichus biflorus) gewonnen wird. Personen, welche dieses Antigen A1 nicht aufweisen (d.h. Personen der Blutgruppe A2) können Antikörper dagegen bilden, wenn sie (z.B. bei einer Bluttransfusion) damit in Kontakt kommen (Anti-A1). Dieser Antikörper Anti-A1 kommt jedoch nicht sehr häufig vor; wenn er vorkommt, ist er nur selten klinisch relevant. Deswegen spielen die Untergruppen A1 und A2 bei der Transfusion nur in Ausnahmefällen eine Rolle.

Entsprechend den Untergruppen A1 und A2 gibt es natürlich auch die Untergruppen A1B und A2B, was jedoch in der praktischen Medizin kaum eine Rolle spielt.

Es bleibt also bei der Validität der Blutgruppenbestimmung 0 in unserem Fall.

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Prof Dr. med. Thomas Frietsch
1. Vorsitzender der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft
für Klinische Hämotherapie IAKH e.V.
Anästhesiologie und Intensivmedizin
Mannheim

Beiträge: 231 | Mitglied seit: Dezember 2003 | IP-Adresse: gespeichert
bruno
ist neu hier
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ID # 428


  Erstellt am 17. Juli 2017 10:22 (#3)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Vielen Dank für die sehr ausführliche und hilfreiche Antwort.

Beiträge: 4 | Mitglied seit: Juli 2017 | IP-Adresse: gespeichert
fleiter
kommt regelmäßig her
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ID # 107


  Erstellt am 17. Juli 2017 12:17 (#4)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Hallo,
es geht, wenn ich das richtig verstehe, nicht um die Erythrozyteneigenschaften, sondern um die Serumgegenprobe, in der die A2 Zelle nicht reagiert.
Bitte versuchen Sie mal, die Serumgegenprobe mit Bromelin anzusetzen und 30 min bei 4°C zu inkubieren.

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Dr. med. Birgit Fleiter
Ärztin für Transfusionsmedizin, Hämostaseologie
MVZ Dr. Stein+Kollegen
Mönchengladbach

Beiträge: 115 | Mitglied seit: Juli 2006 | IP-Adresse: gespeichert



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