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Autor Thema: Patienten mit vorhersehbar langzeitiger Transfusionsbehandlung, Definiton?
Gill
ist neu hier
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ID # 471


  Erstellt am 31. Juli 2019 14:00 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Sehr geehrte Damen und Herren,

vorab vielen Dank für die Bereitstellung dieser Informationsplattform.
Ich habe hier bereits viel Interessantes gelesen, bin selbst im Bereich Labormedizin in einer Immunhämatologie / Blutdepot tätig und möchte mich gerne mit einer Frage zu der Formulierung in der Richtlinie Hämotherapie zu "Patienten mit vorhersehbar langzeitiger Transfusionsbehandlung" einbringen.
Dies wird in unserem Hause bei der Auswahl von Blutprodukten im Bereich Rhesus-System und K-Antigen hauptsächlich auf onkologische, insbesondere hämato-onkologische Patienten angewendet.
Da die Formulierung jedoch durchaus variabel in ihrer Auslegung ist, würde mich interessieren, wie dies in anderen Häusern gehandhabt wird?
Gibt es vielleicht genauere Definitionen in anderen Abteilungen? Kann man es weiter spezifizieren oder bleibt es letztendlich doch eine Einzelfallentscheidung?

Vielen Dank und herzliche Grüße.
Franz

Beiträge: 1 | Mitglied seit: Juli 2019 | IP-Adresse: gespeichert
gwittman
ist neu hier
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ID # 479


  Erstellt am 21. Dezember 2019 19:04 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Hallo
Die Formulierung in Kapitel 10.3.1. Erythrozytenkonzentrate der HT-Rili (2019): "Patienten mit vorhersehbar langzeitiger Transfusionsbehandlung oder nachgewiesenen Auto- bzw. irregulären Alloantikörpern sowie Mädchen und gebärfähige Frauen sollten keine Erythrozytenkonzentrate erhalten, die zu einer Immunisierung gegen Antigene des Rh-Systems (C, c, D, E, e) oder das Antigen K führen können." ist seit langem bewusst so ohne konkreten Diagnosekatalog formuliert, um hier flexibel entscheiden zu können, deshalb steht auch "sollten" und nicht "müssen" oder "haben..zu".
Wie von Ihnen erwähnt, fallen hierunter neben Mädchen und gebärfähigen Frauen (also ohne Alterangabe, um auch hier differenzieren zu können) vor allem hämatologische onkologische Patienten (siehe z.B. http://www.kreuzlabor.eu/files/Schrezenm_Chron_Bed_07.pdf) . Aber bitte vergessen Sie nicht auch in Zeiten der EPO-Therapie die Patienten mit benigneren hämatologischen Erkrankungen, die chronisch transfusionsbedürftig werden können, also alle hämolytischen Anämien (angeboren, erworben, autoimmun, usw.) und auch ggf. Dialysepatienten, Patienten mit chronischen Sickerblutungen (z.B. chron. rez. Varizenblutungen M. Rendu-Osler) usw. siehe z.B. Rationale Indikation zur Transfusion von Erythrozytenkonzentraten (Janetzko, Ebell Welte, Transfusionsmedizin 2013; 3(1): 31-48, Transfusion von Erythrozyten­konzentraten (Geisen et al.Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 507-18; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0507), Blood transfusion strategies in elderly patients Murphy et al.Lancet Haematol. 2017 Oct;4(10):e453-e454, Where do all the red blood cells (RBCs) go?.. Tinegate et al TRANSFUSION 2016;56;139?145.
Wenn Sie es ganz bewusst einfach haben wollen: Allerspätestens wenn ein Patient zum 2. oder 3. Mal wegen einer chronischen Erkrankung Blut braucht, sollte man anhand der Diagnosen und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt die Einstufung "chronischer Transfusionsbedarf" ziehen. Zusätzlich natürlich bedenken: BG-Ausweis, HBV-Impfung, Eisenüberladung usw.
Viele Grüße
G. Wittmann

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Dr. Georg Wittmann<br />Arzt für Transfusionsmedizin<br />Arzt für Innere Medizin<br />Zusatzbezeichnung Hämostaseologie

Beiträge: 1 | Mitglied seit: Dezember 2019 | IP-Adresse: gespeichert



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