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Autor Thema: Hämatokrit und mittlere Höhenlage
Schanzst
kommt regelmäßig her
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ID # 8


  Erstellt am 15. Juni 2004 17:05 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Unsere Klinik liegt in 760 m Höhe. Die Kliniker behaupten dass in dieser geringen Höhe schon der normale Hämatokrit höher währe als in Normalkollektiven und nutzen dies um Indikation zu einer Transfusion bei höheren Hämatokrit/Hb zu rechtfertigen.

Wer hat Daten zu O2 Partialdruck, Höhe und Hämatokrit/Hb.

Ist der Unterschied im 02 Partialdruck von 160 mmHg in Meereshöhe auf 140 mmHg in 1000m Höhe so signifikant das er Transfusionen über dem Trigger von 7 mg/dl HK 20% bei Organgesunden bzw. 10 mg/dl HK 30% für schwerkranke Patienten rechtfertigt?

Muss man in Hamburg (10m) weniger transfundieren als in München (550m)?

Ab welcher Höhe muss man mit Hb Steigerung um mehr als 1g/l rechnen?

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St. Schanz
Anästhesie und Notfallmedizin, Bluttransfusionswesen
Loßburg Schömberg

Beiträge: 141 | Mitglied seit: Juli 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Kretschmer
kommt regelmäßig her
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ID # 13


  Erstellt am 24. Juni 2004 13:15 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Ich werde Prof Zander fragen und um Antwort bitten.

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V. Kretschmer

Beiträge: 401 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
physioklin
ist neu hier
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ID # 43


  Erstellt am 21. Juli 2004 14:23 (#3)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Mein Kommentar:
Grundsätzlich könnten wir die Transfusion nach der individuellen cHb (g/dl und nicht mg/dl !!!!) oder dem individuellen Hkt (%) richten, was wir aber nicht tun:
Frauen (normal 13,9 g/dl) und Männer (normal 15,3 g/dl) unterscheiden sich um fast 10 % bei der cHb; Raucher und Nichtraucher unterscheiden sich um 5 - 10 %, weil COHb durch einen Anstieg der cHb kompensiert wird; im Altersheim aber haben Männer und Frauen die gleiche cHb, weil die der Männer ab ca. 50 Jahre kontinuierlich ab- und die der Frauen ab Klimakterium deutlich zunimmt.
Und nun die Höhe: Die Erhöhung der cHb dürfte ab etwa 1.500 m interessant werden, weil ab dieser Höhe die arterielle Sauerstoff-Sättigung nachweisbar abnimmt. Also bitte Hamburg und München gleichbehandeln, oder aber in München Männer und Frauen und Raucher und Nichtraucher auch anders behandeln.
Bei der Prüfung der Spendetauglichkeit würde ich allerdings bei der unterschiedlichen Behandlung von Männern und Frauen bleiben.
R. Zander, Institut für Physiologie der Universität Mainz

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R. Zander

Beiträge: 1 | Mitglied seit: Juli 2004 | IP-Adresse: gespeichert
vVa
kommt regelmäßig her
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ID # 45


  Erstellt am 21. Juli 2004 20:26 (#4)  |  Zitat Zitat   PN PN
Hallo

Ich glaube schon, dass wir bei der Indikation zur Transfusion individualisieren müssen. Auch wenn der daraus resultierende Leitfaden zur Transfusion für Aussenstehende dann einen komplizierten Eindruck macht. Eine Narkose würden wir Anästhesisten ja auch nicht nach 'Schema F' dosieren, sondern unterschiedlich je nach Patient, je nach Operation, je nach Operateur usw. Bei der Transfusion ist das nicht anders, will man wirklich gute Ergebnisse erzielen. Was z.B. den Unterschied im Hb zwischen Frauen und Männern betrifft, wissen wir wohl insgesamt noch viel zu wenig. Für beide gilt aber, dass sie wahrscheinlich postoperativ auf Normalstation, wenn sie wieder mobilisiert werden sollen, wahrscheinlich einen höheren Hb-Wert brauchen könnten, als während der Narkose. In der Narkose sind die Atemwege gesichert. Es ist ein Anästhesist dabei, der sich zuverlässig um die Normovolämie kümmert. Wie auch auf der Intensivstation kann jederzeit Sauerstoff appliziert werden. All dies haben die Patienten auf Normalstation dann nicht mehr. Zu der Anforderung der heutzutage möglichst schnellen Mobilisierung kommen dann noch die ab einem gewissen Alter häufigeren nächtlichen REM-Schlaf assoziierten Sauerstoffsättigungsabfälle, während derer eine gewisse Sauerstoffreserve im Blut durchaus von Vorteil ist.

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J.v.Vangerow

Beiträge: 11 | Mitglied seit: Juli 2004 | IP-Adresse: gespeichert



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