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Autor Thema: TK Gabe Neugeborene/Frühgeborene
PKAR
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ID # 111


  Erstellt am 02. Januar 2007 14:40 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Wie gefährlich ist es Neugeborene/Frühchen oder auch Ungeborene nicht AB0 kompatibel mit TKs zu versorgen? Die meisten Blutspendedienste halten nur A und 0 TKs vor, insbesondere wenn es um HPA1 negative Präparate geht. In den Rilis steht nur etwas von mäglichst kompatibel. :confused:

Beiträge: 5 | Mitglied seit: August 2006 | IP-Adresse: gespeichert
fleiter
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ID # 107


  Erstellt am 03. Januar 2007 10:52 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Im Falle einer FAIT/NAIT ist die Berücksichtung der thrombozytären Antigene bei der Auswahl der Präparate entscheidend, hierauf bezieht sich auch die Aussage "möglichst kompatibel" in den RiLi. ABO-majorkompatibel zu transfundieren ist ja bei Vorhaltung von 0-TK nicht das Problem, die Forderung, bei Kindern mit einem KG< 25kg möglichst nicht minorinkompatible TK zu transfundieren ist dann natürlich schwieriger einzuhalten, in diesem Fall aber sicher sekundär.
Es gibt aber durchaus Blutspendedienste, die HPA getestete Thrombozytenspender der Blutgruppen B und AB haben, die man, wenn es nicht notfallmäßig sein muß, kurzfristig einbestellen kann. :)

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Dr. med. Birgit Fleiter
Ärztin für Transfusionsmedizin, Hämostaseologie
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fleiter
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ID # 107


  Erstellt am 04. Januar 2007 16:26 (#3)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Ergänzung:
(s.aktuelle Empfehlungen zur Thrombozytentransfusion der Thrombozytenarbeitsgruppe der DGTI, GTH und DGHO)
Die Recovery bei majorinkompatibler Thrombozytentransfusion ist um 30-40%, bei minorinkompatibler Thrombozytentransfusion um 18% reduziert.
Bei minorinkompatibler Thrombozytentransfusion besteht ein Risiko von 1:9000 für eine relevante hämolytische Transfusionsreaktion.

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Dr. med. Birgit Fleiter
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Kretschmer
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ID # 13


  Erstellt am 08. Januar 2007 16:58 (#4)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Ich kann leider nicht zustimmen. Hier sind die Richtlinien vielleicht nicht deutlich genug, und es passiert zu selten, um genug Erfahrung zu sammeln. Auch Neugeborene sollte man ABO-minor-kompatibel transfundieren. Erfahrungsgemäß werden den Neugeborenen im Rahmen der TK-Transfusion im Verhältnis zum Blutvolumen wesentlich größere Volumina als den Erwachsenen transfundiert, sodass auch diese eine Minorreaktion zeigen können, obwohl die A-Eigenschaften noch schwächer ausgeprägt sind. Für diesen Zweck sollten folglich Thrombozyten der Blutgruppe AB oder plasmaarme TK bereit gestellt werden. Die Major-Inkompatibilität spielt dagegen, wie von Frau Fleiter dargestellt, eine untergeordnete Rolle. Kinder mit eine Thrombozytopenie <50.000/µL gehören genauso wie Kinder mit Mhn in eine Klinik, die ein solches Kind entsprechend versorgen kann. Im übrigen bestätigen aber neuere Mitteilungen unsere jahrelangen Erfahrungen, dass man die plättchenspezifischen Antikörper der Mutter nicht unbedingt berücksichtigen muss. Die Ak werden absorbiert und mit den Thrombozyten ausgeschieden, so dass nach mehrmaliger Transfusion auch die HPA-inkompatiblen Plättchen gute Anstiege hervorrufen.

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V. Kretschmer

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fleiter
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ID # 107


  Erstellt am 09. Januar 2007 10:33 (#5)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Ich bin absolut Ihrer Meinumg, offensichtlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Allerdings existiert das von der Kollegin geschilderte Problem in unserer Region definitiv, daß heißt im Notfall gelingt es kaum bis gar nicht minorkompatible Präparate zu bekommen, wenn es sich um Neugeborene mit der Blutgruppe B oder AB handelt. Selbst Blutspendedienste, die ein Pränatalzentrum versorgen stellen z.T. keine AB oder B TK her.

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Dr. med. Birgit Fleiter
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ID # 107


  Erstellt am 09. Januar 2007 10:33 (#6)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Ich bin absolut Ihrer Meinumg, offensichtlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Allerdings existiert das von der Kollegin geschilderte Problem in unserer Region definitiv, daß heißt im Notfall gelingt es kaum bis gar nicht minorkompatible Präparate zu bekommen, wenn es sich um Neugeborene mit der Blutgruppe B oder AB handelt. Selbst Blutspendedienste, die ein Pränatalzentrum versorgen stellen z.T. keine AB oder B TK her.

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Dr. med. Birgit Fleiter
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