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Autor Thema: Autotransfusion von ungewaschenem Wundblut
Nießner
kommt regelmäßig her
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ID # 17


  Erstellt am 03. November 2003 19:26 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Seit kurzem bin ich Transfusionsverantwortlicher in einem 560-Betten-Haus. Hier ist es in der Gefäßchirurgie Usus, bei venösen Thrombektomien das bei der verwendeten OP-Technik teilweise massiv anfallende Wundblut ungewaschen zu retransfundieren. Der Cell-saver schafft das anfallende Volumen (teilweise 3l) in der kurzen Zeiteinheit nicht zu waschen. Ich würde dieses Vorgehen gerne abschaffen. Existieren aussagekräftige Studien zu diesem Thema?

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Christoph Nießner

Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe
Arzt für Transfusionsmedizin - Anästhesiologie
Hämostaseologie - Labordiagnostik - Notfallmedizin

Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin
Leiter Zentrallabor/Transfusionsverantwortlicher

Beiträge: 24 | Mitglied seit: November 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Kretschmer
kommt regelmäßig her
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ID # 13


  Erstellt am 04. November 2003 12:41 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Wenn in so kurzer Zeit soviel Blut anfällt und dieses adäquat mit Antikoagulanz gemischt wird, kann davon ausgegangen werden, dass dieses adäquat ohne große Gerinnungsaktivierung und Verunreinigung nahe am Blutgefäß gewonnen wurde, sodass es eigentlich auch ohne Waschen zur Retransfusion geeignet sein dürfte. Solche Blutvolumina sollte man wirklich nicht verwerfen. Allerdings müßte man mehr Einzelheiten zur Qualität des Blutes (Hk, freies Hb, Antikoagulanz, Gerinnungsparameter einschl. D-Dimere, Ergebnis bakt. Kontrollen im Rahmen der Qualitätskontrollen (siehe Empfehlungen von Hansen zur Qualitätskontrolle in Anästhesiologie und Intensivmedizin)) und dem Absaugverfahren wissen, um definitive Aussagen machen zu können. Weiterhin ist natürlich die Frage zu stellen, ob es operationstechnisch seine Richtigkeit hat, dass solche Blutvolumina verloren gehen. Im übrigen habe ich mehr Bedenken gegen das Aufsaugen von kleinen Blutmengen, wo nicht aus einem Blutsee, sondern an der Blut-Luftgrenze gesaugt wird und erhebliche Kontaktaktivierung der Gerinnung ausgelöst wird.

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V. Kretschmer

Beiträge: 401 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Lorentz
kommt regelmäßig her
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ID # 2


  Erstellt am 04. Dezember 2003 20:27 (#3)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Ich würde erwarten, daß es zu einer erheblichen Aktivierung der Gerinnungs- und Komplementkaskade kommt. Bisher veröffentlichte Studien weisen dies auch aus:

Imhoff M, Schmidt R, Horsch S (1986): Intraoperative autotransfusion with a new disposable system. Annals of Vascular Surgery 1:131-133

Duchateau J, Nevelsteen A, Suy R, Demeyere R, Vandecraen J, Goossens M, Bogaerts M, Arnout J, Vermylen J (1987): Autotransfusion during aorto-iliac surgery. European Journal of Vascular Surgery 4: 349-354

Faris PM, Ritter MA, Keating EM, Valeri CR (1991): Unwashed filtered shed blood collected after knee and hip arthroplasties. Journal of Bone and Joint Surgery73A/8: 1169-1178

Eine Gerinnungsaktivierung beim Patienten läßt sich relativ einfach nachweisen, der Nachweis einer Aktivierung der Komplementkaskade ist aufwendiger. Bestimmen Sie postoperativ FDP (Fibrinmonomere und - spaltprodukte), AT III, falls möglich TAT, Protein C, Plasminogen, terminale Komplementkomponenten, Anaphylatoxine.

Der erste Ansatz müßt sein, die Blutverluste zu verringern. Diese erscheinen mir für diesen Eingriff außerordentlich hoch. Vielleicht können Ihre Chirurgen ihre Operationstechnik verbessern. Falls man dann immer noch nicht mit dem MAT-Gerät zurechtkommt und ein zweites Gerät zur Verfügung steht, könnten auch zwei Reservoire und zwei MAT-Geräte eingesetzt werden.

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Arnulf Weiler-Lorentz

Beiträge: 51 | Mitglied seit: Mai 2003 | IP-Adresse: gespeichert



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