IAKHforum IAKHforum
Registrieren | FAQ | Suche | Wer ist online? | Mitgliederliste | Heutige Beiträge | Einloggen



Autor Thema: Lagerung von Thrombozytenkonzentraten ohne Aggitation
mlutticke
kommt regelmäßig her
****
ID # 79


  Erstellt am 25. Juli 2012 12:02 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
In unserem Labor werden Thrombozytenkonzentrate in einem Thrombozytenschrank unter ständiger Aggitation gelagert. Wird ein TK zur Transfusion auf die Station gegeben, erfolgt dies zur direkten Anwendung. Wir hatten nun aber den Fall, dass ein TK von der Station angefordert wurde, obwohl der diensthabende Arzt nicht vor Ort, sondern im OP war. Welche Lagerungsdauer eines TK, das nicht "geschüttelt" wird, ist zulässig? In welchem Zeitraum muss ein TK transfundiert worden sein oder nach welcher Zeit darf man ein TK wieder ins Labor und auf den Aggitator zurück nehmen?

-----------------------
Dr. M. Lütticke

Beiträge: 13 | Mitglied seit: November 2005 | IP-Adresse: gespeichert
Schanzst
kommt regelmäßig her
****
ID # 8


  Erstellt am 29. Juli 2012 18:08 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Leider habe ich dafür keine "wissenschaftliche" Antwort. Ich würde die Bedingungen des Transport als sicher für die Zwischelagerung auf Station ansehen (Analogieschluß)

Warum werden die Thrombozyten geschüttelt? a: damit sie nicht sedimentieren b: um den O2 Austausch über die Beutelwand aufrecht zu halten.

Im Produktionsprozeß werden die Produkte nach der Herstellung meiner Erinnerung nach auch einmal 2h ruhengelassen.

D.h. ich würde die Produkte solange transfundieren solange sich keine unauflöslichen Aggregate gebildet haben und das "swirling" erhalten ist. (auch Aufnahmekriterium bei Einlagerung im Depot nach Transport z.B. mit Taxi)
Rücknahme in Depot würde ich auf 2h begrenzen mit o.g Kontrolle auf Agregate und "swirling".

Die Frage ist aber ob das nicht auch organisatorisch besser gelöst werden kann. Hier geht es um die Unterversorgung chirurgischer Patienten die so Usus in fast allen Häusern ist.

Der Patient in der Chirurgie hat meist keine Thrombopenie unter 10 000/µl so das die Indikation der prophylaktischen Transfusion wie in der Hämatoonkologie nicht gegeben ist.
Also werden Thrombozyten prophylaktisch vor operativen Eingriffen oder bei aktiver Blutung gegeben.

Die prophylaktische Transfusion sollte unmittelbar vor oder während der OP erfolgen um einen zwischenzeitlichen Abbau zu vermeiden. Das kann die Anästhesie erledigen. Das Produkt sollte auf der Fahrt in den OP im Depot abgeholt werden.

Bei aktiver Blutung kann der Patient nicht auf die Transfusion warten. Und kann der Chirurg nicht zum Patienten kommen, kann dieser ja in den OP oder Ambulanz zur Transfusion gefahren werden. Wenn vorhanden ist ein Aufwachraum eine gute Einrichtung zur Transfusion bei Blutung und der Chirurg kann leicht nachschauen ob die Blutung stoppt oder er noch Handlungsbedarf hat.

-----------------------
St. Schanz
Anästhesie und Notfallmedizin, Bluttransfusionswesen
Loßburg Schömberg

Beiträge: 141 | Mitglied seit: Juli 2003 | IP-Adresse: gespeichert



| IAKH | Boardregeln


Tritanium Bulletin Board 1.6
© 2010–2016 Tritanium Scripts


Seite in 0,029751 Sekunden erstellt
16 Dateien verarbeitet
gzip Komprimierung ausgeschaltet
2811,12 KiB Speichernutzung