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Autor Thema: MAT und Knochenzement/Hämostyptika
tfrietsch
Supermoderator
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ID # 24


  Erstellt am 27. Juni 2022 20:17 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Die Anfrage eines Forumnutzers lautete:

Bei der intraoperativen Anwendung von Hämostyptika/ Knochenzement und gleichzeitigem Sammeln von autologem Wundblut gibt es wiederholt Abstimmungsprobleme.
In unserem Haus werden vorwiegend Tisseel, Tachosil und Floseal verwendet. In der Regel sollte bei der unmittelbaren Anwendung der Hämostyptika das Absaugen über das Reservoir unterbrochen und ein Standardsauger verwendet werden. Nach der Spülung des Anwendungsbereichs und Absaugung mit dem Standardsauger kann im weiteren Verlauf ein weiteres Sammeln von autologem Wundblut erfolgen.
Aus meiner Sicht ist dieses Vorgehen ausreichend, um mögliche aktive Metaboliten (Thrombin, etc) aus dem OP-Gebiet zu entfernen, um das Risiko eines thrombembolischen Ereignisses über die Aufbereitung des Wundblutes sowie der Retransfusion zu vermeiden.
Bei der Verwendung von Knochenzement (Palacos, PMMA) halte ich eine Unterbrechung des Sammelvorgangs nicht zwingend erforderlich, da Teile des Knochenzements wohl im 120µ-Filter des Reservoirs zurückgehalten werden. Vorausgesetzt, der Operateur saugt den noch "flüssigen" Zement nicht ab. Dann kann wohl in der Folge unter Umständen durch die thermische Reaktion der Filter im Reservoir Schaden nehmen.

Entspricht unser Vorgehen dem aktuellen Empfehlung bzw. Standard?
Gibt es aus Ihrer Sicht Anmerkungen oder Verbesserung?

Beiträge: 292 | Mitglied seit: Dezember 2003 | IP-Adresse: gespeichert
tfrietsch
Supermoderator
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ID # 24


  Erstellt am 27. Juni 2022 20:23 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Liebe/r Forumnutzer/in,
die von Ihnen geschilderte Problematik ist ein alltägliches Problem, aber nicht systematisch untersucht, so dass ich mir hier eher nur mit ?Kochbuch?-Medizin Tipps helfen kann:
Herr PD Seyfried aus Potsdam sieht das ebenso.

?Empfehlungen? gehen von der wie ich finde ?praxisuntauglichen- Verwendung von wechselhaftem Einsatz von ?Schmutzsaugern? aus.

Für die Praxis bleibt:
Der in den MAT-Geräten integrierte 120mcg Filter filtert viel raus und zusätzlich werden restliche Partikel im Waschprozess eliminiert.

Fazit: Sammeln mit Augenmaß ?im Team und nach Absprache?.

Leider ist meines Wissens die Faktenlage bezüglich gerinnungsfördernder Prozesse durch das Aufsaugen lokaler Hämostyptika in einer Heparinlösung und nach einem Waschprozess nicht evidenzbasiert geklärt.

Interessant, dass die Anwendung der doch sehr kostenintensiven Hämostyptika im KH der Regelversorgung stattfindet, das verweundert Wir sind hier im Uniklinikum außer in der Herzchirurgie sehr zurückhaltend und setzen eher auf Kompression und Zeit.

Anwendung von Hämostyptika, Sinn und Unsinn, Kosten und Nutzen? vielleict sollten wir das als schönes Thema für die AG der IAKH aufnehmen...

Mit besten Grüßen
Karlheinz Gürtler


Dr. Karlheinz Gürtler

Leieter der AG Autologe Verfahren der IAKH
Oberarzt ? Transfusionsbeauftragter
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Augsburg ?Stenglinstraße 2 ?86156 Augsburg

Beiträge: 292 | Mitglied seit: Dezember 2003 | IP-Adresse: gespeichert



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