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Autor Thema: Übernahme Funktion Transfusionsverantwortlicher
Kretschmer
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ID # 13


  Erstellt am 29. Juni 2004 08:49 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
In einem mittelgroßen Krankenhaus ist der Chefarzt der Anästhesie akut ausgefallen, der die Funktion des Transfusionsverantwortlichen wahrgenommen hatte und für Eigenblutspende zuständig war. Ein Oberarzt der Abteilung ist Transfusionsbeauftragter, ein zweiter für die QS bestellt. Nachdem die Verwaltung erfahren hat, daß in meiner Person die formellen oraussetzungen (4-wöchige Hospitation und 16-std. Kurs) für die Bestellung erfüllt sind, will man mir die Funktion des Transfusionsverantwortlichen antragen.
Ich arbeite seit etlichen Jahren in eben dieser Abteilung als Assistent. Nun zu meinen Fragen:
1. Mit der Bestellung übernähme ich die Funktion meines ehemaligen Chefs, was für mich problematisch erscheint.
- Widerspruch zu Empfehlungen bzgl. der Bestellung des Transfusionsbeauftragten, wonach dieser zumindest in leitender Stellung sein sollte
- Wenn sowohl der T-Beauftragte unserer Abteilung, als auch der QS-Verantwortliche grundsätzlich als Oberärzte und derzeit als kommissarische Leitung der Abteilung mir gegenüber weisungsbefugt sind.
Gibt es verbindliche Richtlinien oder gesetzliche Regelungen, die derartige Konstellationen betreffen?
2. Da sich Verwaltung und Oberärzte einig zu sein scheinen, würde ich auch gerne wissen, ob ich mich auch gegen ihre Auffassung der Bestellung widersetzen kann.
3. Gibt es zwischenzeitlich Verträge, welche die Haftungsfragen, Fragen der Vergütung, Zeitraum der Bestellung etc. regeln?
Anonym

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V. Kretschmer

Beiträge: 401 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Kretschmer
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ID # 13


  Erstellt am 29. Juni 2004 08:55 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Mit Ihrer Qualifikationen können Sie die Funktion des TV sehr wohl übernehmen, wenn Sie FA sind bzw. FA-Status haben, 4 Wochen in der Transfusionsmedizin hospitiert und das 16 Std.Seminar einer LÄK besucht haben. Natürlich müssen die
Kollegen in Ihrer Abtl. wie auch in der übrigen Klinik akzeptieren, dass Sie in transfusionsmedizinischen Fragen allen übergeordnet sind, da Sie ja auch die höchste Verantwortung haben. Lediglich der transfusionsmedizinische
Qualitätsbeauftragte ist in Ausübung seiner Qualitätskontrollen und in seinen Aussagen bzgl. des Qualitätsberichts unabhängig und selbständig tätig.
Darauf müssen Sie oder die Kliniksleitung die anderen Kollegen möglicherweise noch einmal schriftlich hinweisen. Selbstverständlich müssen Sie die Funktion annehmen, da Sie sich anderenfalls den Vorwurf der Arbeitsverweigerung gefallen lassen müssen. Im Durchschnitt benötigt man etwa 1/2 bis einen Tag im Monat für diese Funktion, wenn das Qualitätsmanagement etabliert ist. Diese Zeit muss man Ihnen natürlich auch geben. Ensprechende Verträge und zusätzliche Bezahlungen gibt es nicht. Die Haftplichtversicherung ist von dieser Tätigkeit in Kenntnis zu setzen, eine Höherstufung ist jedoch dadurch nicht gerechtfertigt. Ihre Anordnungen sollten Sie auf dem in der Transfusionskommission getroffenen Konsens (transfusionsmedizinisches Qualitätsmanagement-Handbuch als Dienstanweisung der Kliniksleitung) treffen, und natürlich sollten Sie aus Gründen der Loyalität vor Bekanntgabe irgendwelcher einschneidenden Maßnahmen Ihre hinsichtlich der übrigen Funktionen Vorgesetzten informieren, damit die Harmonie beibehalten wird.
Wenn Sie ein Jahr lang bereits im Rahmen der Eigenblutspende mitgearbeitet haben (in Zukunft 2 Jahre), können Sie sogar die Zuständigkeit für die Eigenblutbank übernehmen.
Im übrigen sollten Sie die Übernahme solcher Funktionen begrüßen, werten diese Sie doch auf, und machen Sie für das Krankenhaus weniger entbehrlich. Werden Sie Mitglied in der IAKH und kämpfen Sie mit uns auch für eine entsprechende
tarifliche Anerkennung dieser Tätigkeit. Zumindest wollen wir Änderungen der Richtlinien erreichen, die diese ohne Gefährdung der Patienten in der Praxis besser umsetzbar machen.

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V. Kretschmer

Beiträge: 401 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
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ID # 54


  Erstellt am 14. Juli 2005 11:27 (#3)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Mit den Angaben zum Arbeitszeitbedarf kann ich nicht einverstanden sein, es sei denn, der Transfusionsverantwortliche hat eine Schar kompetenter und fleißiger Helfer um sich, was nicht die Regel sein dürfte. Allein die Selbstinspektionen auf allen Stationen und sich bei Mängeln ergebende Nachkontrollen können in dieser Zeit nicht sorgsam erfolgen. Die Fortbildung des Peronals kann man nicht nur von den Transfusionsbeauftragten erwarten, sondern sollte zentrale Veranstaltungen für Ärzte, Pflegepersolal und Pflegeschüler sowie PJler anbieten. Nur so kann das Wissensdefizit beim Personal abgebaut werden. Zudem muss das Qualitätsmanagement regelmäßig überarbeitet werden, da Veränderungen fachlicher Art (Richtlinie, Leitlinie, TFG), bei Personal und Arbeitsabläufen aufzunehmen sind. Erwartet man eine aussagefähige Statistik zum Verbrauch an Blutkomponenten, so muss man sich diese wohl selbst erstellen, unausgewertete Zahlenreihen nützen niemandem und stoßen auf Ablehnung. Außerden scheint es mir durchaus sinnvoll, eine enge Zusammenarbeit mit Labor und Apotheke zu pflegen und zwischen Labor und Stationen b.B. vermittelnd aufzutreten. Aktuelle Probleme wie Notfalltransfusionen oder Transfusionsreaktionen lohnen ein genaues Hinsehen. Nicht zuletzt müssen die Sizungen der Transfusionskommission akkribisch vorbereitet und protokolliert werden, um sie effektiv und für alle Kollegen zeitspared zu gestalten. Da die Transfusionsbeauftragten i.d.R. ihre Aufgabe nicht so ganz freudig und freiwillig übernommen haben, muss man auch für Gespäche und Motivation der eigenen Helfer Zeit aufwenden. Sonst wartet man lange vergebens auf die Erledigung der Aufgaben, und nur mit Druck ist kein förderliches Klima für erfolgreiche Arbeit zu schaffen. Das alles ist nicht an einem Tag getan. :confused:

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