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Autor Thema: "Umhängen" von EK durch Pflegepersonal
CWi
kommt regelmäßig her
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ID # 19


  Erstellt am 07. November 2003 16:43 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Ist es vertretbar, bei der Transfusion mehrerer gleicher Blutkomponenten (z.B. 3 EK) in einer Serie in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang das "Anhängen" bzw. "Umhängen" der folgenden EK durch das Pflegepersonal durchführen zu lassen? Vorausgesetzt natürlich, dass der transfundierende Arzt die Transfusion mit Gabe des 1. EK eingeleitet und alle EK der Serie entsprechend überprüft hat.
(die "Richtlinien" sind in diesem Punkt meiner Meinung nach nicht präzise formuliert)

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C.W.

Beiträge: 7 | Mitglied seit: November 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Kretschmer
kommt regelmäßig her
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ID # 13


  Erstellt am 13. November 2003 16:23 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Der Rili-Entwurf sah zunächst die Einleitung der Transfusion jeder Blutkonserve durch den Arzt vor. Nach eingehender Diskussion mit dem Vorsitzenden des Redaktionskomitees und dem Präsidenten des wissenschaftlichen Beirats der BÄK wurde der Wortlaut entsprechend geändert, um den tatsächlichen Bedingungen und den medizinischen Notwendigkeiten zu entsprechen. Die Richtlinien erlauben nun eine sehr sinnvolle Arbeitsweise, die den individuellen Möglichkeiten und Gegebenheiten der verschiedenen klinischen Einrichtungen Rechnung trägt und dennoch sicher ist.
Die Anwesenheit des transfundierenden Arztes ist nur zur Überprüfung der Identität aller unmittelbar nacheinander zu applizierenden Blutkomponenten und zu Beginn (5 bis 10 Minuten) der Transfusion der ersten Erythrozytenkonzentrate (EK) ("biologische Vorprobe") erforderlich. Unter der Voraussetzung, dass die übrigen, bereits überprüften EK unmittelbar und unverwechselbar am Empfänger verbleiben, können diese auch von entsprechend qualifizierten und eingewiesenen Pflegekräften "angehängt" werden. Allerdings sind die näheren Einzelheiten (Lagerung der Blutkomponenten, berechtigter Personenkreis, adäquate Einweisung, Dokumentation etc.) detailliert im QS-System (Handbuch) festzulegen. Wenn die Ärzte generell zu Beginn der Transfusion jeder Blutkomponente anwesend sein müssen, verzögern sich erfahrungsgemäß die Transfusionen mit dem Nachteil der unzureichenden Zwischenlagerung der Blutkomponenten oder mehrere Blutkonserven werden zugleich angestochen und bei Einleitung der Transfusion simultan auf Verträglichkeit getestet. Auf diese Weise sind aber evtl. auftretende Transfusionsreaktionen nicht einer einzelnen Konserve zuzuordnen. Unter Umständen werden Blutkomponenten angestochen, die evtl. gar nicht mehr transfundiert werden. Darüber hinaus werden unnötig viele Transfusionsbestecke verbraucht. Die Anwesenheit eines Arztes zu Beginn der Transfusion soll frühzeitig Fehltransfusionen im ABO-System aufdecken. Diese beruhen fast ausschließlich auf der Verwechslung von Patientenblut zur Blutgruppenbestimmung bei der Blutabnahme auf Station oder der (aller) für einen bestimmten Patienten vorgesehenen Blutkomponenten mit denen eines anderen Patienten oder der Verwechslung der Patienten. Extrem selten kommt es zur Verwechslung einer einzelnen von mehreren für einen Patienten bereitgestellten Blutpräparaten. Daher kann sich die "biologische Vorprobe" durch den Arzt auf die erste von mehreren Blutkomponenten einer Transfusionsserie beschränken. Es ist jedoch anzumerken, dass es trotzdem davon abweichende Stellungnahmen gibt (z.B. Deutsch et al 2001), die auch das Umhängen durch den Arzt verlangen. Daher ist es in jedem Fall erforderlich, dass die Kliniksleitung der von mir beschriebenen Regelung zustimmt und die Vorgehensweise durch das QM-Handbuch genau geregelt ist.

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V. Kretschmer

Beiträge: 401 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert



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