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Autor Thema: positive Eigenkontrolle
Runne
ist neu hier
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ID # 39


  Erstellt am 01. Mai 2005 11:08 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Nach Umstellung des Antikörpersuchtests auf Gelkarten sehen wir häufig eine positive Eigenkontrolle beim Patienten bei negativem Antikörpersuchtest. Meist sind dies unspezifische Autoantikörper. Wie geht man am sinnvollsten mit diesem Befund um? Sollte man jeden positiven Eigenansatz weiter abkären ?

Beiträge: 3 | Mitglied seit: Mai 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Schanzst
kommt regelmäßig her
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ID # 8


  Erstellt am 02. Mai 2005 20:42 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Was fürchtet man bei einer positiven Eigenkontrolle und negativen Antikörpersuchtest:
zu aller erst wohl eine verzögerte Transfusionsreaktion mit Boosterung und Bindung aller antierythrozytären Antikörpern an transfundierte Erythrozyten.


Pragmatisch habe ich mir folgendes Stufenschema zueigen gemacht:


1. Bevor man mit teurer Labordiagnostik anfängt erst mal die Transfusionsananmnese abklären:

Liegt klinisch eine hämolytische Erkrankung vor?

Ist der Patient in den letzten 4 Wochen transfundiert worden? (Patient selber fragen bzw. durch Schwester fragen lassen, Angabe von Ärzten manchmal nicht sicher, vielleicht ist die Transfusion ja extern erfolgt)
wenn nein ist der Befund eher von untergeordneter Bedeutung.

Waren die Eigenkontrollen bei Ansätzen in der Vergangenheit schon positiv?
wenn ja ist der Befund eher von untergeordneter Bedeutung.

manchmal erklärt auch die Grunderkrankung bzw. die Indikation zur prätransfusions Diagnostik den Befund z.B. M. Waldenström, Hepatitis, therapeutische Antikörpergabe, Infusion mit hochmolekularen Substanzen wie HES, Exikose ...

2. EDTA Blut verwenden um eine unspezifische Complementbindung durch niedrigtitrige Kälteautoantikörper zu vermeiden.

3. Aus pragmatische Gründen einen Cut Of definieren ab dem man das Ergebnis der Eigenkontrolle im Gel Test beachtet z.B. erst ab >= 2+ (was etwa dem Röhrchen Test entspricht, sonst lohnt die Elution nicht) um unspezifische Befunde auszusortieren

4. Coombstest mit gewaschenen Zellen machen.
Alles was sich abwaschen läst ist eher von untergeordneter Bedeutung

5. bei positiven Commbstest (positiv im Röhrchen oder wieder Cut Of >= 2+) eine Coombsdifferenzierung machen und bei Nachweis von IgG eine Elution anstreben

6. Bei negativer Elution (Ansatz im 3er AKS) und klinischen Verdacht auf verzögerte Hämolyse bzw. positiver Transfusionsanamnese evtl. nochmals Ansatz des Plasmas oder Eluats mit einem größeren Panel da im AKS seltene Antigene wie Kp a oder Wr a nicht vertreten sein müssen. Das ist aber eher akademisch, da eine erneute Transfusion mit antigenhaltigen Konserven eher selten ist und dann die Kreuzprobe greift.

Liegt klinisch eine hämolytische Erkrankung vor kann man bei negativen AKS noch an eine Medikamenten induzierte Immunhämolyse denken (insbesondere auch bei Nachweis von Complement) und in einem Speziallabor abklären lassen (Medikamenten Anamnese)

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St. Schanz
Anästhesie und Notfallmedizin, Bluttransfusionswesen
Loßburg Schömberg

Beiträge: 141 | Mitglied seit: Juli 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Kretschmer
kommt regelmäßig her
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ID # 13


  Erstellt am 20. Mai 2005 12:23 (#3)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Herr Schanz hat wirklich hervorragend geantwortet: also den Eigenansatz nicht weglassen. Wenn er nach Transfusionen in den letzten 4 Wochen positiv wird, immer abklären (direkter Coombstest, Eluate von den Ery der Patientenery im AK-Suchtest mit Capture R). Im übrigen Anamnese bzgl. unklarer Anämie oder Hämolyse, um evtl. eine Autoimmunhämolyse oder allerg. Hämolyse zu erkennen.

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V. Kretschmer

Beiträge: 401 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert



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