IRONMAN- intravenöses Eisen bei Herzinsuffizienz und Eisenmangel

Kalra PR et al. Intravenous ferric derisomaltose in patients with heart failure and iron deficiency in the UK (IRONMAN). Lancet 2022 November 05, 2022DOI:https://doi.o

Schon Anker et al hatten bereits 2009 die FAIR-HF Studie berichtet, dass sich die intravenöse Eisentherapie (Fe-Carboxymaltose) bei ambulanten Patienten mit Herzinsuffizienz mit und ohne Anämie positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Das war bestätigt worden durch die AFFIRM-AHF-Studie- positive Effekte der Fe-Carboxymaltose-Behandlung bei chronischer Herzinsuffizienz bis zur Entlassung.

In 70 Einrichtungen im UK war jetzt eine weitere große kontrollierte Studie, diesmal mit Fe-Derisomaltose, bei stationären Patienten mit einer reduzierten Auswurffraktion (EF<45%) und manifestem Eisenmangel durchgeführt worden. Es sollte gezeigt werden, wie sich wiederholte Hochdosis-Applikationen der intravenösen Eisenderisomaltose auch bei einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auswirkt.

Dafür wurden von 2016 bis 2021 ca. n= 2000 Patienten gescreent und schließlich die Fe-Derisomaltose behandelten Patienten (n=569) mit Standard-of-Care Patienten (n= 568) verglichen. Die Nachbeobachtungszeit war im Mittel 2,7 Jahre (1,8-3,6), das Durchschnittsalter 73,4 Jahre (66-79).

Das Fe-Derismaltose wurde in einer Dosierung von 2g intravenös bei schwerer Anämie (< 10g/dl Hb), sonst in reduzierter Dosis mehrmals im Verlauf (alle 4 Monate wenn TSAT < 20%, or Ferritin<100µg/l) verabreicht. Die mittlere Jahresdosis sank von 1978 mg (SD 949) auf 427 mg (SD 728) bzw. auf 314 mg (SD702) in den Folgejahren. Während eine Verabreichung für die meisten Patienten ausreichte, brauchten nur 40% eine weitere Verabreichung und nur 6% der Patienten mehr als 4 Dosen. Lediglich eine Reaktion auf die Eiseninfusion trat auf (Übelkeit, Erbrechen, Schindel, Rückenschmerz), die sich aber über Nacht komplett zurückbildete.

Durch die Eisenbehandlung fiel die Häufigkeit der notwendigen Wiederaufnahmen wegen Herzinsuffizienz und die Gefahr für ein kardial bedingtes Versterben (RR 0·82 [95% CI 0·66–1·02]; p=0·070). Die bahndelten Patienten erlitten weniger ernste kardiale Komplikationen (36% vs. 43 %, p=0·016). Nach 4 Monaten war die Lebensqualität der Behandlungsgruppe deutlich besser, nicht aber nach 20 Monaten. Alle anderen untersuchten Outcome-Parameter waren vergleichbar, auch die Infektionen.

Damit liegen große Studien zur Herzinsuffizienz und Anämiebehandlung mit Fe-Carboxymaltose (AFFIRM-AHF) bei eher chronischer Herzinsuffizienz und Fe-Derisomaltose (IRONMAN) bei Erstmanifestation der Herzinsuffizienz vor. Es kann für beide Päparate eine hohe Sicherheit und gute Wirksamkeit bestätigt werden.

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Für Sie gelesen von Th. Frietsch

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