Peer Review Hämotherapie- Was ist das?

Die IAKH fordert Interessenten zur Ausbildung zum Peer auf

Was ist das PEER REVIEW Verfahren?

Ein Peer Review ist „die Begutachtung“ der eigenen Institution durch einen ärztlichen Kollegen mit Expertenstatus auf dem Gebiet. Es ist ein originär ärztliches und freiwilliges Verfahren. Es ist ein unbürokratisches und auf den kollegialen Austausch fokussiertes Instrument der ärztlichen Qualitätssicherung.

Die IAKH betreibt als Verfahrenseigner zusammen mit den Landesärztekammern eine Initiative zur praktischen Umsetzung der Richtlininen in der Hämotherapie, das sogenannte Peer Review Hämotherapie nach dem Curriculum der Bundesärztekammer. Es ist eine Art Zertifizierung der eigenen klinischen Praxis , hat aber keinen Auditcharakter. 

Es kommt aus der Intensivmedizin und ist dort ein gut funktionierendes Konzept, bei dem sich in gegenseitigen Besuchen durch den kollegialen und interdisziplinären Austausch ein bestmöglichstes Verbesserungspotenzial ergibt. Sowohl der Besuchte als auch der Besucher lernen voneinander und profitieren.

Peers kommen zwar „von außen“, arbeiten aber im gleichen Umfeld und verfügen über fachspezifische Expertise in den zu evaluierenden Bereichen. Sie sind dank Fachlichkeit und Berufserfahrung unabhängig und denjenigen Kollegen gleichgestellt (auf gleicher „Augenhöhe“), deren Bereich evaluiert wird. Näheres zum Peer Review Verfahren findet sich im Internet auf den Seiten der Bundesärztekammer. (http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/qualitaetssicherung/peer-review/) oder der LÄK Schleswig-Holstein (https://www.aeksh.de/das-peer-review-verfahren)

 

 

Wie werde ich Peer?

Die Grundvoraussetzungen zur Zulassung als Peer ist im Ausbildungscurriculum der BÄK (http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/CurrAerztlPeerReview2013.pdf) geregelt: 

  • •langjährige Berufserfahrung auf dem Gebiet der Hämotherapie. 
  • •16h-Kurs bei der jeweiligen LÄK (wer diesen Kurs bereits von der Intensivmedizin oder bei der IQM besucht hat, braucht ihn nicht zu wiederholen)
  • •Begleiten eines praktischen Peer Review Besuchs als Schulungspeer. 

Ein Peer Team besteht aus dem Leitenden ärztlichen Peer, seinem Stellvertreter, ein oder 2 Schulungspeers, und einen oder mehreren  Peers für andere Berufsgruppen wie Pflege und Labor. 

 

Was gibt es Wissenwertes zum Qualifizierungskurs der LÄK als Peer?

Der Kurs wird von den meisten LÄK angeboten, meist aber als PEER Intensivmedizin. Das ist aber absolut akzeptabel, da der Kurs nur das Verfahren, die Vorgehensweise und die kollegiale Lösung eines Problems schult. 

Er beinhaltet 12 Präsenzstunden und 4 elearning Einheiten. Frau Dr. Dipl. Psych Kuch ist bundesweit meist die Ausbilderin, die den Freitag und Samstag auf sehr unterhaltsame und kurzweilige Weise zu gestalten weiß. Zum einen lernen Sie das interdisziplinäre Verfahren in mehreren Qualifizierungsmodulen in der Theorie kennen:

  • Peer Review im Kontext von Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement und Evaluation
  • Aufgaben und Rolle/Haltung des Peers
  • Datenerhebung, -interpretation und -bewertung
  • Design und Planung eines Peer Reviews
  • Feedback und Berichte
  • Personale Kompetenzen (Selbstmanagement und Sozialkompetenz, Lösungsorientierte Gesprächsführung, Umgang mit Konflikten, Kritik und Widerstand)

Zum anderen erhalten Sie die Möglichkeit, die praktische Umsetzung interaktiv mit Simulation von Gesprächssituationen (Einstiegsgespräch, Kollegialer Dialog) einzuüben.

 

  • Kursgebühr (wird auf Antrag von der IAKH übernommen): 280- 890€
  • Kurstermine gibt es meist noch nicht mangels Interessenten- DESHALB BITTE ANMELDEN!!!!
  • •Liste der kursanbietenden LÄK (kann auch bei einer anderen als der eignen LÄK absolviert werden):
    • B-W/Stuttgart: im Oktober 2016, Anmeldung an Frau Schmuderer (dorothea.schmuderer@laek-bw.de)
    • Hessen/Bad Nauheim : im Dezember 2016, Anfrage an Heike Cichon, Fon: 06032 782209 , Fax: 069 9767267209, E-Mail: heike.cichon@laekh.de, zur Webseite 
    • Nordrhein/Düsseldorf : noch ohne Termine : Anmeldung
    • Westfalen-Lippe: noch ohne Termine: Anmeldung 
    • Niedersachsen und oder Bremen: in Planung, zur Anmeldung 
    • Bayern: Anfrage an Abteilungsleiterin Qualitätsmanagement Dipl.-Kfm. Andrea Klünspies-Lutz E-Mail: a.lutz@blaek.de
    • Berlin: Anfrage an Dr. Henning Schäfer, LÄK Berlin, Friedrichstraße 16, 10969 Berlin, Tel 030 40806-1200 Telefax 030 40806-5512999, , Mail kammer@aekb.de, www.aerztekammer-berlin.de
    • Schleswig-Holstein: Anfrage über Dr. Uta Kunze, Leiterin Qualitätsmanagement  Telefon 04551 803 302, Fax 04551 803 301, Mail: qm@aeksh.de , zur Webseite 

Auch die IQM bildet aus, allerdings ist ihr Verfahren nicht auf Freiwilligkeit basiert. Die Peer Qualifikation bei der IQM wird aber von den LÄK und der IAKH anerkannt:

Welchen Zeitaufwand gilt es einzuplanen?

Der eintägige Peer Review Besuch läuft nach einem festgelegten Tagesplan meist im eigenen Bundesland ab.Der Tagesplan ist im Verfahrensrahmen der IAKH zum Peer Review Hämotherapie festgelegt (wird bald auf dieser Homepage eingestellt, ist aber dem Verfahrensrahmen der DIVI zur Intensivtherapie sehr ähnlich). 

Man muss nicht mehr, darf aber mehr als 2 Besuche im Jahr abhalten. Die Teilnahme ist absolut freiwillig. 

Für das Peer Team gibt es meist 8 CME Punkte, die Spesen (Fahrtkosten, selten Unterbringung) von der LÄK und einen noch festzulegenden Bonus von der IAKH. 

Was muss man als Peer beachten?

Als Peer sollte man Interesse am Erfahrungsaustausch mit anderen Kollegen mitbringen und die Neugier, wie andere die Probleme gelöst haben, die im klinischen Alltag immer wieder auftauchen. Der Peer Besuch selbst ist keine langweilige Geschichte, er macht allen Spass und erzielt auch noch einen Lerneffekt beim Besuchten und Besucher.   Siehe Leitfaden für Peers

 

Wie kann ich mich noch weiter engagieren?

Die IAKH konzipiert den Fragenkatalog und die Beurteilungskriterien eine einem Steuerungsausschuss, der einmal im Jahr , meist in enger Anbindung an die Jahrestagung, zusammenkommt und die Revision und Aktualisierung des sich immer weiter entwickelnden Katalogs an Themen und Fragen bespricht. Jeder der praktische Erfahrung als Peer Hämotherapie hat und teilnehmen möchte, möge sich an den IAKH- Vorstand wenden.

 

Literatur zum Thema: 

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