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Autor Thema: Vergütung Transfusionsverantwortlicher
anheei
ist neu hier
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ID # 426


  Erstellt am 09. März 2019 14:56 (#1)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Leider ist die Antwort im letzten Beitrag für mich nicht ganz befriedigend. Meist ist der*/die TV der Chefarzt der Anästhesie oder zumindest hat dieser eine OA- Stelle und diese Funktion ist mit der Vergütung abgegolten.
Bis Dez 2016 war dies hier in Völklingen auch der ehemalige Chefarzt Dr. Grimm (*1951), der diese Aufgabe noch über seinen Ruhestand hinaus wahrgenommen hat. Ich war von 2003 bis 2011 Assistenzärztin in Völklingen- hatte von 2012 bis Juli 2016 die Stelle heimatnah (ev. Krankenhaus in Zweibrücken, ca. 1000 EK, 100 TK/ Jahr) gewechselt- habe 2015 die erforderliche Qualifikation erworben um das Amt des TV vom leitenden OA zu übernehmen der 2017 (Ausscheidung wegen Ruhestand)- Dann wurde das ev. Krankenhaus in Zweibrücken geschlossen und so hatte ich mich entschlossen wieder nach Völklingen zu wechseln und habe Her CA Grimm angeboten das Amt des TV zu übernehmen. Er hat dies sehr schnell angenommen, und so habe ich ohne große Einarbeitung (ca. 6000 EK, ca. 1300 TK)voller Elan mit viel Herzblut diese Aufgabe übernommen. Vor allem die Umsetzung der neuen RiliBäk gegen viele Wiederstände vorangetrieben.
Ich bin weiterhin als Fachärztin(seit 2004) eingestuft und möchte eine Zulage für die Aufgabe des TV verhandeln.
(Letzten Sommer wurde die neu geschaffene OA Stelle in der Anästhesie an eine jüngere Kollegin vergeben)
Herr Grimm hatte schon vor Jahren bei den TB der verschiedenen Kliniken herumgefragt wer das Amt übernimmt- Es hat sich keiner der Kollegen gemeldet. Die Aufgabe des TV ist für mich in einer Nebenabrede geregelt und nicht an mein Arbeitsverhältnis geknüpft- so kann ich dies mit 6 Wochen zum Quartal kündigen.
Jetzt zum wesentlichen Punkt um meine Verhandlungen für eine Gehaltszulage zu untermauern
1. Kann Herr CA Grimm, der inzwischen 68 Jahre alt ist diese Amt nochmal übernehmen, nachdem er es abgegeben hatte, oder muss er dann ebenfalls die jetzt geforderte Qualifikation nachweisen (16h Kurs plus 14 Tage Hospitation)
2. Was kostet ein externer TV, wenn sich innerhalb der Kliniken niemand findet, die Aufgabe des TV zu übernehmen. (Auch unser leitender OA, der zwar TB ist, hat keine Interesse daran zu hospitieren und die Arbeit die mit der Aufgabe des TV verbunden ist zu übernehmen.)
Liebe Grüße H.E.

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Gruß H.E.

Beiträge: 2 | Mitglied seit: Mai 2017 | IP-Adresse: gespeichert
tfrietsch
Supermoderator
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ID # 24


  Erstellt am 12. März 2019 11:31 (#2)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Liebe Frau Kollegin,
eine Vergütung der zusätzlichen Aufgabe ist angemessen, aufgrund der vielfältigen unterschiedlichen Regelungen besteht keine allgemeingültige Empfehlung der IAKH.
Grundsätzlich ist klar, dass die Aufgabe eine zusätzliche Ausbildung und Erfahrung benötigt. Wörtlich in der Richtlinie Hämotherapie 2017: "Eine gewissenhafte Berufsausübung erfordert insbesondere die notwendige fachliche Qualifikation und die Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse. Ärzte sind verpflichtet, die für die Berufsausübung gelten-den Vorschriften zu beachten". Nach dem Grundsatz, dass mehr Qualifikation auch besser vergütet wird, ist eine wie auch immer geartete Besserstellung notwendig (sonst macht es keiner). Einer ungefragten Verpflichtung des Dienstherrns kann und soll widersprochen werden.
Eine Entlohnung dieser Zusatzaufgabe kann in vielfältiger Art und Weise erfolgen (monetär über Zielvereinbarungen, Bessereinstufung,Bonusvereinbarung, Urlaubstage, andere Privilegien wie Parkplatz/gebühr, etc.).
Die Höhe der Vergütung/Entlohnung soll dem Aufwand gerecht werden. Da aber der Aufwand selbst bei bekannter Anzahl an Transfusionen in verschiedenen Einrichtungen sehr unterschiedlich ist, tut sich die IAKH schwer eine entsprechende Empfehlung auszusprechen.

Zu Ihren Fragen im einzelnen:
ad 1.) Wenn der vorige Funktionsträger im Rahmen des Bestandsschutzes (siehe Übergangsregelungen in der Richtlinie 2010, Kap. 1.5 )für die Ausübung des Amtes TV qualifiziert war, und er altersbedingt zur selbständigen Ausübung der Tätigkeit noch befähigt ist, spricht meines Erachtens nichts gegen die erneute Übernahme der Tätigkeit in dem Hause. Allerdings ist der entsprechende Qualifizierungs-Kurs auch einem arbeitsfähigen Mitarbeiter im Ruhestand anzuraten. Die Geschäftsführung ist darüber hinaus gut beraten, die erhaltene Dienstfähigkeit bestätigen zu lassen.
ad 2.)Die Vergütungsverträge von externen Transfusionsverantwortlichen schwanken erheblich nach Träger, Marktverfügbarkeit und Aufwand. Ein Angebot kann angenommen und auch abgelehnt werden. Die Orientierung an der Anzahl der transfundierten Blutpräparationen pro Jahr in der Einrichtung ist sinnvoll, aber nicht allein ausschlaggebend. Eine wie immer auch ausgehandelte Regelung ist von der Hämotherapie-Richtlinie 2017 gedeckt.

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Prof Dr. med. Thomas Frietsch
1. Vorsitzender der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft
für Klinische Hämotherapie IAKH e.V.
Anästhesiologie und Intensivmedizin
Mannheim

Beiträge: 206 | Mitglied seit: Dezember 2003 | IP-Adresse: gespeichert



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