Offener Brief an die Bundesärztekammer und die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte zur Festlegung des Datensatzes im Mai 2019

An den Vorsitzenden des Telematikausschusses der Bundesärztekammer

Herrn Dr. Franz Bartmann, Postfach 120 864, 10598 Berlin

und den Geschäftsführer der Gematik, Herrn Alexander Beyer,

Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH,
Friedrichstraße 136, 10117 Berlin

 
8.5.2019
 
Sehr geehrte Herren Kollege Bartmann und Beyer,


auf der Seite der Gematik ist zu lesen:

„Die Angabe der Blutgruppe ist eine zusätzliche medizinische Information, die von einem auslesenden Arzt im Notfall nicht verwertet werden kann. Ihr Eintrag wird aber unter Umständen von Patienten aus persönlichen Gründen erwartet und kann daher in diesem Feld zur besseren Akzeptanz beim Patienten abgespeichert werden.“

Dem müssen wir energisch widersprechen. Die Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft für Klinische Hämotherapie IAKH gem e.V. repräsentiert die Ärzte, die patientennah die Bluttransfusion organisieren, vorbereiten und durchführen. Patientensicherheit ist uns ein besonderes Anliegen.

Die von Ihnen getroffene Aussage hatte ihre Richtigkeit, solange die elektronische Gesundheitskarte eGK primär nur für den ambulanten Bereich vorgesehen war. Die Krankenhäuser sollen jedoch in die Telematikinfrastruktur einbezogen werden. Damit ist auch die Möglichkeit des massiven akuten Blutverlusts im Rahmen einer Verletzung oder aus innerer Ursache zu berücksichtigen. Freitexteingaben sind hier ungeeignet, da Übertragungsfehler bei Blutgruppendaten bedrohliche Folgen haben können.

  • Die Blutgruppe im Notfalldatensatz (NFD) ersetzt nicht die Blutgruppenbestimmung
  • Die Blutgruppe ist jedoch im Notfall ein wichtiges zusätzliches Merkmal, um Verwechslungen auszuschließen und schafft damit mehr Sicherheit
  • Die Kenntnis der Blutgruppe vermeidet Fehltransfusionen
  • Befund und Datum des letzten Antikörpersuchtests und der letzten Transfusion helfen, das Risiko einer Notfalltransfusion abzuschätzen

Wir verweisen in diesem Kontext auf die Ziffer 4.6.1 der Hämotherapierichtlinie 2017 [1] die uneingeschränkt auch für den NFD in der eGK gilt.

Folgende Datenfelder sind daher im NFD vorzusehen:

  • AB0-Blutgruppe (Text, 2Byte, zulässige Werte 0,A,B,AB)
  • Rhesusfaktor D (ja/nein, 1 Bit)
  • CcEeKk (ja/nein, 6 Bit)
  • Datum des letzten Antikörpersuchtests (Datum)
  • Datum der letzten Transfusion (Datum)
  • Irreguläre erythrozytäre Antikörper (ja/nein, 1 Bit)
  • Spezifikation (Freitext, 256 Byte) kann auch in ein anderes Freitextfeld integriert werden

Gegebenenfalls bei Schwangerschaft:

  • Datum der letzten Rhesusprophylaxe (Datum)

Wir bitten Sie, als Vorsitzender des Telematikausschusses, der die Interessen von uns Ärzten und die Belange unserer Patienten vertritt, und Sie, als Geschäftsführer der GEMATIK, Ihren Sachverstand in den Entscheidungsgremien entsprechend einzubringen. Wir sind zuversichtlich, dass Sie unserer Argumentation folgen werden.

 

[1] Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten. (Richtlinie Hämotherapie 2017)

 

 

 

 


 

Stellungnahme der IAKH zum "Patient Blood Management" vom 03.April 2017

Die IAKH betreibt eine auf den individuellen Patienten zugeschnittene Hämotherapie seit ihrem Bestehen. Aktuelle Diskussionen über das internationale Konzept "Patient Blood Management" erfordern eine Positionierung der IAKH. Lesen Sie bitte unsere Position zum "Patient Blood Management".

 


 

Stellungnahme der IAKH zur Aufklärungspflicht vor der Gabe von Humanalbumin

IAKH-Stellungnahme vom 18.10.2017: Aufklärungspflicht bei Plasmaprodukten/ Humanalbumin

 

Für die Anwendung von Humanalbumin und weiteren Plasmaprodukten ergibt sich folgende Empfehlung der IAKH:

  • Eine gesonderte Aufklärung vor der Anwendung von Humanalbumin und weiteren Plasmaprodukten ist nicht ausdrücklich gefordert, ist aber wohl anhand der möglichen oder voraussichtlichen Rechtssprechung im Schadensfall dringend zu empfehlen. Die Form der Einwilligung ist laut Richtlinie Hämotherapie 2017 nicht vorgeschrieben. Wenn vorher möglich, empfiehlt sich aber die schriftliche Dokumentation. Dafür sollte ein gesondertes Formblatt für Plasmaprodukte entworfen und benutzt werden oder die bestehende Einverständiserklärung für die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten erweitert werden.
  • Die Dokumentation der Chargennummern und die Aufbewahrung der Krankenakte von 15 Jahren sind auf jeden Fall notwendig.

Zur Begründung

 

 


 

Offener Brief der IAKH vom November 2016 zur Ausbildung der Hämotherapie im Studium

Im Studium wird Transfusion nur mangelhaft vermittelt und klinische Hämotherapie fast gar nicht. Die IAKH hat sich zur Planung der zukünftigen Studieninhalte in das Medizinstudium positioniert und einen offenen Brief an die Kultusministerien der Länder geschrieben:

Die IAKH fordert eine intensivierte Ausbildung und die Integration transfusionsmedizinischer Anwender-Kompetenzen in das Medizin Studium.

Offener Brief der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft für klinische Hämotherapie IAKH und des Arbeitsausschusses Bluttransfusion der DGAI/BDA.

Zur intensivierten Integration theoretischer und praxisnaher Transfusionsmedizin in das Curriculum Humanmedizin/ Masterplan Medizinstudium 2020.

Zum offenen Brief vom 9. November 2016

 


 

Offener Brief der IAKH vom Februar 2015 an die Kostenträger der individuellen Hämotherapie

Die IAKH hat die Krankenkassen um eine Stellungnahme zum Patient Blood Management Programm gebeten.